Rückblick auf das erste FAIR CAMP München 2015 + Bildergalerie

OpenSpace_Fair Camp Muenchen
Ein Dankeschön an die Teilnehmer und Mitgestalter, die den Auftakt in München am 27. November 2015 zu dem gemacht haben, was es war: Ein Zusammentreffen und wirken von 50 Gästen auf Erden – intensiv, persönlich, offen, herzlich, fröhlich und still. Mit viel Spürzeit, einem WIR Gefühl und zahlreichen neu geknüpften Fäden, die sich Stück für Stück weiterverweben können.

Fokus in München: Gast auf Erden

Mit dem Auftaktmotto „GAST AUF ERDEN – bewusst leben, bewusst sterben“ haben wir unseren Fokus für das FAIR CAMP in München gesetzt. ,Spiritual Care‘ bildet sich für uns immer deutlicher als das Fundament unseres Lebens heraus – weshalb es auch für die bundesweite Ausrichtung des FAIR CAMP bedeutend ist. Je mehr wir lernen, Liebe und Mitgefühl als Basis unseres Handeln und der Kommunikation miteinander zu sehen, desto angstfreier leben wir. Kommt unsere Motivation von Herzen, können wir von wahrhaft nachhaltiger Entwicklung sprechen. Auf dem FAIR CAMP haben wir uns mit Kernfragen dazu beschäftigt.
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Hin zum wahren (Er)leben

In der preisgekrönten Filmdoku „Das Mysterium von Leben und Tod“ von Marilyn Schlitz und Depaak Chopra, in der zahlreiche Experten zu Wort kommen, wird ein Phänomen deutlich: wir Menschen versuchen Sicherheit zu schaffen, um Dinge im Griff zu haben. Und wir wollen immer wissen. Immerzu. Doch wie steht es mit dem Vertrauen in unsere eigene, angeborene Weisheit, unsere Intuition? Auch dem sind wir auf dem FAIR CAMP ein Stück nachgegangen.

Leben und Sterben ist ein natürlicher Vorgang der Natur, auf den wir keinen bzw. wenig Einfluss haben. Das konnten wir im Talk „Hurra wir leben noch!“ mit Petra Meyer Miethke erleben. „Wer glaubt, er könne mittels Verdrängen seiner Endlichkeit besser leben, irrt gewaltig“, so Meyer-Miethke, die seit fast 30 Jahren Sterbende begleitet und auch ehrenamtliche Hospizhelfer ausbildet. „Alles was verdrängt wird, gewinnt immer mehr Macht über uns und bindet verständlicherweise Energie. Energie, die uns woanders fehlt.“

Dass es auch um unsere Bewusstheit jener Endlichkeit des Lebens geht und unser aller Mut, nach innen zu lauschen und Herzensbedürfnisse zu spüren. Diese feine Stimme wahrzunehmen und im Leben umzusetzen, zog sich wie ein roter Faden durch das FAIR CAMP Programm.

Menschen brauchen Tiere 1 (1)Gemeinsam haben wir uns deshalb auf den Weg gemacht, ein Stückchen mehr unsere wahre Natur zu entdecken, uns zu zeigen, wie wir sind – in all unserer Verletzlichkeit. Einer Verletzlichkeit, die wir als Mensch von Geburt an haben und die wir ebenso wie unsere Einzigartigkeit für einige Stunden, von 15 Uhr bis open end, als GAST auf Erden gemeinsam geteilt haben.

Als FAIR CAMP Team haben wir uns bereits in der Vorbereitungszeit intensiv auf diesen Prozess eingelassen und feststellen können, welchen Unterschied es im täglichen Leben und im Miteinander macht, sich der Angst vor dem Sterben, der Angst vor Veränderung, bewusst zu werden. Mehr als einmal ist uns deutlich geworden, wie sehr wir alle immer wieder Vorstellungen und Erwartungen haben, um eine gewisse Ordnung bemüht sind und versuchen, Menschen und Situationen im Griff zu haben, zu kontrollieren, weil wir uns damit vermeintlich sicherer wähnen.


Spiritual Care als Basis nachhaltiger Entwicklung:
Entscheidend ist die Motivation, warum wir Dinge tun

Beeindruckt hat uns auch das Vorgespräch zum FAIR CAMP mit Tulku Khyungdor Rinpoche, der seit 30 Jahren im Himalaya lebt und arbeitet – als Linienhalter einer uralten buddhistischen Tradition. Er hat deutlich gemacht, dass unserer aller Leben größtenteils auf dem Kompensieren von Angst basiert, ohne dass wir es oft selbst merken bzw. uns eingestehen. In München hat er bereits zweimal das bedeutende Bardo Ritual zelebriert (siehe auch: Tibetische Buch vom Leben und Sterben, Sogyal Rinpoche).DSC07345 MonikaWir hoffen sehr, dass es uns im Rahmen des FAIR CAMP im kommenden Jahr gelingt, ihn zu einem Vortrag oder Workshop einzuladen, um Näheres über den Sterbeprozess – den größten Veränderungsprozess des Menschen – zu erfahren und wie es sich auf das Leben auswirkt, sich damit beizeiten zu beschäftigen und die eigene Endlichkeit ins Auge zu fassen. Und natürlich, was es braucht, um die eigene Natur kennenzulernen zum eigenen Wohl und zum Wohle aller zu handeln.

Denn ganz gleich was wir tun und wobei wir uns engagieren, entscheidend ist, mit welcher Motivation wir es tun. Und inwieweit es uns gelingt, aus dem heraus, unser eigenes Potenzial zu entdecken und einzubringen in das, was wir als Gast auf Erden gemeinsam mit anderen erleben wollen.

,Spiritual Care‘ ist deshalb für uns weit mehr als der häufig am Lebensende im Bereich Palliativmedizin benutzte Begriff. Für uns bedeutet er die Fürsorge füreinander als Gast auf Erden und der achtsame Umgang mit Ressourcen. Eine Kompetenz, die es im Miteinander zu entwickeln gilt.


Die Natur lehrt uns

Veränderung ist ein unvermeidbarer Teil der Existenz. Am besten sieht man das in der Natur, mit der wir in Wechselwirkung stehen. Daher haben wir auch Initiativen wie z.B. ‚Menschen brauchen Tiere‘, die ‚Würmranger‘ und die ‚Demokratische Schule München‘ eingeladen, die Kindern und Erwachsenen anbieten, wieder in Berührung mit der Natur zu kommen, von ihr zu lernen und sich zu spüren.


Open Space mal anders
4 FragenUnsere Idee eines Open Spaces hat im Laufe der Vorbereitung seine Eigendynamik entfaltet. So haben sich vier Paten zu vier existentiellen Lebensfragen gefunden, um mit ihrer Energie und persönlichem Werdegang den Rahmen zu setzen und mit ihren Gruppenteilnehmern folgendes zu erforschen:

  1. Woher komme ich?
  2. Wohin gehe ich?
  3. Was will ich erleben?
  4. Was gebe ich rein?

Herausgekommen sind dabei vier Lebenslandkarten.


Vorschau

Präsent zu sein und aus dem heraus zu wirken, schafft für das Leben wie für das Sterben die Basis für ein größeres und friedvolles Miteinander. 2016 ist in München dafür ein ganzer Tag geplant, denn das Interesse zur Vertiefung war groß. Darum wollen wir einen Experimentierraum schaffen, in dem der Einzelne lernt, welchen Unterschied es macht, im Moment zu sein und mit sich in Kontakt zu sein. Und natürlich welche Auswirkung das auf das eigene Leben, das Erleben miteinander hat und die Art und Weise, wie wir das Zusammenleben miteinander gestalten.


Danke.

Wir bedanken uns beim Haus des Stiftens. Ihr wart die idealen Gastgeber! Vielen Dank für die warmherzige Unterstützung und Begleitung während des Aufbaus von Cornelia Lanzberger und ihrem Team. Die Räume sind mit allem ausgestattet, was eine Tagung braucht. Und dies sogar im FAIR CAMP Look – maigrün. Wir freuen uns auf weitere Synergien und vielleicht haben wir ja mit unseren Palmblättern von LEEF schon einen guten Impuls für ihre zukünftigen Caterings geben können. Die Teller sind ökologisch und fair, wiederverwendbar und komplett kompostierbar.

Last but not least wollen wir uns natürlich auch bei unseren Helfern und Unterstützern bedanken, die das FAIR CAMP in dieser Form mit ermöglicht haben. Fritz ist für Fotoaufnahmen mit eingesprungen, Veronika hat sich zusammen mit Stephan darum gekümmert hat, dass es uns an nichts gemangelt hat, und ein Riesendankeschön geht an Eva Gotthardt und Dieter Braun von Dkhoi, die unsere Räume mit afrikanischem Design aus Capetown verzaubert und dafür gesorgt haben, dass wir uns als GAST AUF ERDEN wie zuhause fühlen konnten.

Wir sagen danke und wünschen Euch von Herzen ein friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

Euer FAIR CAMP Team München
Carla Kleinjohann, Stephan Peklo und Katharina Wyss

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