Portrait: Northern Lights Aid in Griechenland

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14890512_1862151127348842_8662777399529193964_oWarum sich Northern Lights Aid gegründet hat und wie Du die Organisation unterstützen kannst, hat für uns Florian Knappe zusammengetragen:

Im Jahr 2015 unternahmen über eine halbe Million Menschen die gefährliche Reise über das Ägäische Meer an die Küste von Lesbos, wobei viele bei diesem Versuch ertranken. Angetrieben von einem äusserst brutal geführten Krieg im Heimatland und der einhergehenden Zerstörung jeglicher Lebensbedingungen, hofften sie in Europa Zuflucht zu finden. Mehr als ein Viertel davon waren Kinder. Die Bedingungen im Nahen Osten sind schlechter denn je und eine Besserung ist nicht in Sicht. Trotz versuchter Abriegelung Europas erreichen immer noch Flüchtlinge die griechischen Küsten. Viele der Flüchtlinge sind inzwischen in einem der vielen offiziellen Militärcamps untergebracht. Viele verbringen seit der Grenzschliessung Makedoniens im März 2016, über 8 Monate ihres Lebens in einem dieser Camps. Die Flüchtlinge sind gefangen in Griechenland, können weder weiterreisen noch zurück. Die Bedürfnisse haben sich gewandelt. Die Grundbedürfnisse wie Nahrung oder ein Dach (Zelt) über dem Kopf werden von der Regierung dürftig gedeckt. Doch ein gefüllter Magen stellt allein kein menschenwürdiges Leben dar. Die Flüchtlinge sind gezwungen in den Camps auszuharren, bis die verantwortlichen Behörden eine Entscheidung über sie fallen. Ein Prozess der ewig andauert. Die Menschen sind verdammt zur Tatenlosigkeit und werden geplagt vom Gefühl der Hilfslosigkeit, den durchgemachten Erlebnissen im Heimatland und der Flucht. Viele zeigen sich antriebslos und depressiv.

Organisierte Aktivitäten wie Sport, Film-, Spielabende, kleine Feste, Ausflüge in die Umgebung oder Englischunterricht haben unter diesen Umständen eine besonders hohe Bedeutung. Aber auch die Verbesserung der Lebensumstände, durch beispielsweise das Einrichten eines Waschraumes mit Waschmaschinen oder eines gemeinsamen Kochraumes, tragen wesentlich zur Führung eines menschenwürdigeren Lebens bei. Mit dem nahenden Winter und den bereits einsetzenden Regenfällen zeichnen sich bereits die nächsten Probleme ab. Die Camps sind kaum auf die Kälte des Winters vorbereitet und werden überdies bereits nach wenigen Regenschauern völlig überschwemmt. Die Liste an dringend benötigten Verbesserungen ist lang, die zur Verfügung stehenden Mittel sind knapp und die Anzahl der freiwilligen Helfer gering. Die griechische Regierung ist mit der jetzigen Situation überfordert, von den anderen europäischen Staaten im Stich gelassen und nicht in der Lage, die bevorstehenden Probleme alleine zu lösen.

Im September 2015 reisten die Gründer von Northern Lights Aid nach Lesbos. Angesichts der vorherrschenden Umstände kündigten einige ihren Job und widmeten sich gänzlich der Flüchtlingshilfe. Ihren Lebensunterhalt haben sie von eigenen Ersparnissen oder Spenden aus dem Familien- oder Freundeskreis finanziert. Im Januar 2016 gründeten sie die Hilfsorganisation Northern Lights Aid. Nach 6 Monaten auf Lesbos, als die Anzahl der Ankömmlinge zurückging, zogen sie in die Nähe der Grenze Makedoniens. Dort halfen sie in einem der vielen inoffiziellen Flüchtling Camps rings um Idomeni aus. Nach der Räumung dieser Camps im Mai 2016 verlagerten sie ihre Tätigkeit in die vielen Militärcamps um Thessaloniki. Derzeit konzentriert sich Northern Lights Aid auf die Verbesserung der Lebensstandards und die Schaffung von Gemeinschaftsprojekten innerhalb von staatlich geführten Flüchtlingslagern in und um Kavala. Sie arbeiten eng zusammen mit den Bewohnern der Lager, dem Militär und der lokalen Bevölkerung, um nachhaltige Lebensumgebungen einschließlich Schulunterricht, Gemeinschaftskochen, Aktivitäten, Plätze zur Erholung und andere Projekte, die in jedem Lager benötigt werden, aufzubauen. Das Team von Northern Lights Aid besteht aus permanent vor Ort arbeitenden Langzeit Volunteers, die eine lange Erfahrung mit der Arbeit mit Flüchtlingen aufweisen. Unterstützt werden sie von freiwilligen Helfern, die für die Dauer von einer bis mehrere Wochen nach Griechenland reisen. Ein administratives Team in Norwegen kümmert sich darüber hinaus um rechtliche Fragen und die Beschaffung von Spendengeldern.

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Im April dieses Jahres habe ich mich erstmals nach Griechenland gewagt und seither über 3 Monate mit Northern Lights Aid zusammengearbeitet. Ursprünglich hatte ich geplant, nur für 1 Woche nach Griechenland zu reisen, um mir ein Bild von der dortigen Situation zu machen. Doch inzwischen ist die Arbeit in Griechenland, angesichts der gemachten Erlebnisse, ein fester Bestandteil meines Lebens geworden.

Der kommende Winter fordert ein dringendes Handeln und stellt die Flüchtlinge sowie die Organisation vor eine neue grosse Herausforderung. Eine Herausforderung, die ohne die Arbeit von Freiwilligen oder neuen Spenden nicht zu bewältigen ist. Neben meiner Absicht, auf die Situation aufmerksam zu machen, möchte ich Sie bitten die Lebenssituation der Flüchtlinge ein wenig erträglicher zu machen und humanitäre Hilfe zu leisten. Mit einem freiwilligen Einsatz können Sie viel bewirken oder falls ihre private Situation dies nicht zulässt, können sie die Organisation mit Spenden unterstützen. Jeder Betrag ist hierbei von Nutzen und hilft die Situation ein klein wenig zu verbessern. Sie können auch für ein spezifisches Projekt spenden. Die verschiedenen Projekte sind auf der offiziellen Facebookseite https://www.facebook.com/Northernlightsaid einsehbar und werden laufend aktualisiert. Wir hatten das Privileg in einer sicheren und wohlhabenden Umgebung aufzuwachsen, lasst uns dieses Privileg teilen.

Für weitere Fragen stehe ich gerne jederzeit unter florianknappe@web.de zur Verfügung.

Spendenkonten
Paypal: charlotte@northernlightsaid.no
Bank: DNB
BIC: DNBANOKKXXX
IBAN: NO2515037110989
Kontonummer: 1503.71.10989
VIPPS: 14852 / NORTHERN LIGHTS AID

http://world.northernlightsaid.org/

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