Initiative: Haus der Statistik in Berlin – Zentrum für Geflüchtete, Soziales, Kunst, Kreative und kommunale Demokratie.

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Ein Modellprojekt der WohnProjekteBörse am 28. Mai bei den EXPERIMENTDAYS 16. Für das Idealbild einer gemischten Stadt bietet das ehemalige Haus der Statistik großflächige Räumlichkeiten, um mit verdrängten Nutzergruppen die Innenstadt nachhaltig ‘aufzuwerten’. Über Begegnungsflächen, Co-Wohn- und Co-Working Konzepte entstehen wechselseitige, integrative Synergien unter den Beteiligten und der Nachbarschaft. Hier soll ein Prototyp für eine innovative, integrative Praxis in Verbindung von Kultur, Bildung und Sozialem entstehen.

Hintergründe
Seit dem 29.4. liegt dem Berliner Finanzsenator Kollatz-Ahnen ein Finanzierungskonzept vor für den Erwerb des Haus der Statistik zur Realisierung eines Zentrum für Geflüchtete, Soziales, Kunst, Kreative und kommunale Demokratie. Die Initiative ‘Haus der Statistik’ hat gemeinsam mit der SolWo Gruppe, einem mittelständischen Immobilienunternehmen aus Berlin, damit die Voraussetzungen geschaffen, dass am Alexanderplatz bald ein vitales, kreatives und integratives Modellprojekt auf 50.000 Quadratmetern realisiert werden kann.

„Im Moment ist es so, dass der Eigentümer, das ist die Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben, ab dem dritten Stock die Fenster hat entfernen lassen und unbrauchbar hat machen lassen.“ Florian Schöttle ist Mitglied einer Berliner Künstler- und Architekten-Gruppe, die das Gebäude in einen Ort des Wohnens, der Kunst und des sozialen Lebens verwandeln möchte. Das Haus der Statistik wurde Ende der 1960er-Jahre in Ost-Berlin errichtet, beherbergte zu DDR-Zeiten die Staatliche Zentralverwaltung für Statistik und diente nach der Wiedervereinigung – nach gründlicher Sanierung – der Stasiunterlagen-Behörde vorübergehend als Dienstsitz.

Seit 2008 steht das Gebäude leer, aber die Substanz des Stahlbetonbaus sei solide. Deshalb ließe sich das Haus kostengünstig umbauen, zumal es sich in öffentlicher Hand befinde.

1.000 Wohnungen für Flüchtlinge sowie Ateliers, Begegnungsstätten und Büros für ehrenamtliche Initiativen sollen dort nach den Vorstellungen der Künstlergruppe mit öffentlicher Hilfe entstehen. Das Haus der Statistik liegt im Zentrum der Hauptstadt, im Bezirk Mitte. Dessen Bürgermeister, der Sozialdemokrat Christian Hanke, unterstützt das Projekt.

Nachdem die Gruppe mit einem großen Plakat an der Fassade auf den jahrelangen Leerstand aufmerksam gemacht hat, kommt langsam Bewegung in die Debatte um die Zukunft des Hauses. Der Berliner Finanzsenator will das Gebäude vom Bund erwerben, darin aber am liebsten eine Behörde unterbringen.

Ob das Land Berlin jedoch überhaupt zum Zuge kommt, ist ungewiss, denn der Bund, dem bis zu 800 Grundstücke in Berlin gehören, verkauft seine Immobilien meist an den Höchstbietenden. Das arme Land Berlin kann kaum mithalten, wenn Investoren mit gewinnträchtigen Plänen für Luxuswohnungen und Shopping-Malls auftauchen. Die Gentrifizierung der Innenstadt, das heißt die Verdrängung einkommensschwächerer Schichten, würde weiter voranschreiten.

Quelle: hausderstatistik.wordpress.com

Programm Experimentdays 16

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