Wieviele Kinder können weltweit nicht zur Schule gehen? Was sieht Dein Alltag ohne Schule aus? Was bedeutet das für Dein Leben? Was ist Dein Berufswunsch? Was müssen die Regierungen verbessern? Was ist ein Staatshaushalt? Das alles haben die Kindern der 7. Klasse mit und ihrem Lehrer Shapumba Shapumba an der Waldorfschule Windhoek am vergangenen Montag diskutiert. Die Geschichte von Zainaba aus Tansania, die zur Schule gehen möchte und in ihrer Familie darum kämpft, hat alle bewegt. Tansania ist nicht weit weg von Namibia und zwei Mädchen aus der Klasse möchten einen Brief an sie schreiben, um Zainaba zum unterstützen, nicht aufzugeben.

Und was war außerdem neu für die Schulkinder? Mit ihrer Unterschrift, die erstmalig in dieser Aktion auch von Kindern als gültig anerkannt wird, protestieren sie aktiv gegen den Bildungsnotstand, der besonders viele Kinder in Afrika betrifft.
Interessant ist natürlich auch, wieviel Prozent des Staatshaushaltes von Namibia (insgesamt 27,5 Milliarden N$) für Bildung ausgegeben wird – die Zahl haben wir nächste Woche und tragen sie hier an dieser Stelle ein.
Zainaba, 10 Jahre, Tansania:
„Mein Leben ist nicht leicht. Mein Vater hat uns verlassen, als ich noch sehr klein war. Meine Mutter arbeitet auf verschiedenen Farmen, damit verdient sie Geld und bezahlt unser Essen und die Schulsachen für meine Geschwister und mich. Aber es wird immer schwieriger für sie, Arbeit zu finden. Wenn ich meine Mutter bitte, mir Geld für neue Schuhe oder Aufgabenhefte zu geben, ist oft keines dafür da. Immer wieder müssen wir betteln gehen. Was wir bekommen, reicht meistens nur für eine kleine Portion Haferbrei. Manchmal haben wir gar nichts zu essen. Wir haben zu Hause wirklich viele Probleme. Unser Haus ist in einem schlechten Zustand: Wenn es regnet, tropft es durch. Wir versuchen die Löcher in den Wänden zu stopfen, damit unsere Betten nicht nass werden.
Ich helfe zu Hause, so viel ich kann. Manchmal hole ich auch für die Familie meines Onkels Wasser, obwohl ich eigentlich zur Schule gehen sollte. Wenn ich mal etwas Zeit für mich habe, lese ich gern. Wenn kein Öl mehr für die Lampe da ist, lese ich mit einer Kerze. Oft sitzen wir einfach im Dunkeln. Viele sagen, ich soll aufhören, zur Schule zu gehen und stattdessen arbeiten. Sogar meine Geschwister finden, ich verschwende in der Schule meine Zeit. Aber ich finde Schule wichtig. Ich glaube auch, unser Leben wäre leichter, wenn meine Mutter zur Schule gegangen wäre. Ich möchte weiter zur Schule gehen und Präsidentin werden – oder Lehrerin. Schule kann mein Leben verändern: Wenn ich Lehrerin werde und Geld verdiene, kann ich unser Haus reparieren lassen.“ (Quelle: ONE GOAL Unterrichts-Aktionsmaterial)

Text: Katharina Wyss, Fotos: Wyss, Shapumba

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